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Pferdeerkrankung erkennen
Ein Muss für alle die in Freizeit oder Beruf mit Pferden arbeiten. Ein paar Antworten und Sie wissen welche Störung vorliegen könnte. Von Reitern für Reiter.
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Der Allergietest für Ihr Pferd

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Quälendes Kopfschütteln



Pferdeköpfe schütteln und schlagen, reiben und rotieren. Nur ein Tick? Mitnichten. Headshaking ist eine ernst zu nehmende und sehr quälende Erkrankung.

Was aber ist der Grund für die Bewegungen, die häufig abrupt und spontan ablaufen, so als würde das Pferd nur ein lästiges Insekt verjagen und die bei einigen Pferden saisonal vermehrt, bei anderen hingegen das ganze Jahr hindurch auftreten?

Hat man eine unpassende Ausrüstung und die zu harte Reiterhand als Gründe fürs Kopfschlagen ausschließen können, so gilt es nach medizinischen Ursachen fürs Headshaking zu suchen.

Spezifischer Auslöser

Nach dem augenblicklichen Stand der Forschung handelt es sich beim Headshaking um eine Erkrankung  des Trigeminus-Nerv wobei die Ursächlichkeiten und Auslösefaktoren meist nicht eindeutig zu diagnostizieren sind.
Noch vor kurzem, vertraten die Veterinäre die Meinung, dass als Ursache prinzipiell jede Stör- oder Schmerzquelle am Kopf und oberen Halsbereich in Frage kommt. Man dachte, dass ein einziger Auslöser nicht ausreicht sondern es vielmehr mehrere Auslöser gleichzeitig gäbe, die zumeist so subtil seien, dass man sie nicht finden könnte. Heute jedoch setzt sich zunehmend die Meinung durch, dass die Theorie der „multiplen geringen Faktoren" nicht stimmt, sondern dass es irgendwann einen spezifischen Auslöser gibt, sich die Trigeminusneuralgie entwickelt und dann weiterbesteht, selbst wenn es den ursächlichen Auslöser gar nicht mehr gibt.

Viele mögliche Faktoren

Zu den entscheidenden auslösenden Faktoren zählen Erkrankungen im Zahn- und Kieferbereich, in den Nebenhöhlen des Kopfes, dem Luftsack oder Veränderungen am Genick und den oberen Halswirbeln." Verdächtigt werden auch Hauterkrankungen, Ohrmilben, Mittelohrentzündungen, Gefäßstörungen in den Nasengängen, Wolfszähne, Gebissfehler, oder Pilzinfektionen des Luftsackes. Aber auch Absprengfrakturen an den ersten Halswirbeln wurden als Ursache vermutet. Auch gibt es Spekulationen, dass Infektionen mit EHV -1 Viren ursächlich beteiligt sein könnten.

Allergien als Ursache

Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei bis zu zwei Drittel der Fälle von Kopfschlagen allergische Reaktionen die Ursache von Kopfschlagen sein dürften. Die Allergie kann beispielsweise durch Gräser Pollen ausgelöst werden. Hierbei erleben die Pferde das Gleiche wie Menschen beim Heuschnupfen. Zudem können von Frühling bis Herbst auch Insekten, eine Allergie mit daraus resultierendem Headshaking auslösen.

Ein umfangreicher tierärztlicher Check ist für die Ursachenerkennung des Headshakings notwendig. Dabei sollte unbedingt auch ein engmaschiger Allergietest durchgeführt werden. Ist eine Allergie festgestellt, kann man gezielt erfolgreich behandeln.

 

Idiopathisches Headshaking

Unter diesen Begriff fällt das Headshaking, dessen auslösende Ursache nicht feststellbar ist. Mit 90 Prozent nimmt diese ursächlich nicht nachzuvollziehende Form leider den Großteil der Pferde mit einer Trigeminusneuralgie ein.

 

Wenn Pferde niesen könnten, würden sie weit weniger shaken. Warum?

Photoic Headshaking

Forscher der Universität Davis in Kalifornien hatten vor einigen Jahren als Ursache eine Überempfindlichkeit gegenüber grellem Licht vermutet. Nach ihrer Auffassung handelt es sich um eine Erkrankung vergleichbar einer Licht bedingten Reizung der Nase beim Menschen. Da das Headshaking in einigen Fällen mit der Exposition gegenüber Licht zusammenhängt, haben es die Forscher in den USA "photoic headshaking" benannt. Zumindest in Deutschland ist eine Lichtempfindlichkeit aber nicht die Grundursache sondern eher ein Begleitphänomen des Headshaking.

Ein Auslöser von vielen

Grundsätzlich ist die Bedeutung des Lichtes als auslösender Faktor inzwischen bei der medizinischen  Einschätzung der Krankheitsentstehung etwas zurückgetreten. Licht wird inzwischen als einer von mehreren Auslösern angesehen, wohlgemerkt bei vielen Pferden ein sehr starker.

Direkte Nachbarschaft

Zur Erklärung: Der Sehnerv und der mit der Nase verbundene Trigeminusnerv liegen übrigens in direkter Nachbarschaft. Bei starkem Licht, ganz besonders bei Sonnenlicht, kann es passieren, dass der Reiz von einem Nerv auf den anderen überspringt. Rund ein Fünftel der Menschen reagiert in diesem Fall über den so genannten "photischen Niesreflex". Sie niesen also, wenn Sie von der Sonne geblendet werden. Pferde aber können nicht niesen. Sie schütteln mit dem Kopf.


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